Observatorium Sport und Bewegung Schweiz

Verwandte Indikatoren

4.2 Kosten Sportunfälle

4.3 Prävention von Sportunfällen

 

 

Indikator 4.1

Niveau und Entwicklung der Sportunfälle und -verletzungen

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Die Kehrseite der positiven Gesundheitswirkungen von Sport und körperlicher Bewegung sind die Verletzungen und Unfälle, die sich bei sportlichen Aktivitäten ereignen. Im Interesse maximaler Gesundheitseffekte auf der Ebene der Gesamtbevölkerung gilt es daher, die Verletzungsrisiken von Sport und körperlicher Aktivität mittels präventiver Massnahmen möglichst zu reduzieren.

Befunde

Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Unfallzahlen seit 2000 anhand dreier verschiedener Linien. Die blaue Linie zeigt die Sportunfälle der nach UVG versicherten Arbeitnehmer. Diese Angaben bilden zusammen mit weiteren Daten die Basis für eine Hochrechnung der Sportunfälle auf der Ebene der Gesamtbevölkerung (rote und gelbe Linie). Die gelbe Linie basiert dabei auf einer neuen Datengrundlage, die alternative Hochrechnungen ab 2006 möglich macht, die höher ausfallen als die älteren.

Gemäss den neuen Hochrechnungen ereignen sich in der Schweiz jährlich gut 400’000 Sportunfälle. Etwa 40 Prozent davon betreffen nach UVG versicherte Arbeitnehmer. Nach dem witterungsbedingten Spitzenwert im Jahr 2003 sind die Unfallzahlen in den beiden darauf folgenden Jahren leicht gesunken und danach bis 2009 kontinuierlich angestiegen. Danach bewegte sich die jährliche Anzahl der Sportunfälle in etwa auf dem gleichen Nivau.

Kinder und Jugendliche sind besonders häufig von Sportunfällen betroffen, während Senioren kaum Sportunfälle verursachen. Dies ist insofern nicht weiter erstaunlich, als junge Personen häufiger sportlich aktiv sind als ältere Personen (vgl. Indikator 1.1). Eine Detailanalyse der Sportunfälle zeigt, dass der Wintersport und die Ballspiele zusammen über 50 Prozent aller Sportunfälle ausmachen. Werden die Unfallzahlen zu den Ausübungshäufigkeiten und -zeiten verschiedener Sportarten in Beziehung gesetzt, so erweisen sich Handball, Eishockey und Fussball als "verletzungsträchtigste" Sportarten.

Einschätzung: Das Unfallgeschehen im Sport wies seit den späten 1990er Jahren bis in die frühen 2000er Jahre eine relativ konstante Entwicklung, verzeichnete im Jahr 2003 als Folge des "Jahrhundertsommers" jedoch einen Höchstwert. Vor dem Jahr 2010 stieg die Zahl der Sportunfälle wieder leicht an, um sich seither zu stabilisieren. Der Befund, dass erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen Sportarten und Bevölkerungsgruppen bestehen, bildet den Ansatzpunkt für spezifische Präventionskampagnen etwa im Fussball oder im Wintersport. Von solchen Ansätzen wird bei stabilen Teilnehmerzahlen an den entsprechenden Sportarten eine Reduktion der Sportunfälle erwartet.

Illustration: Entwicklung der Sportunfälle, 2000-2013

Quelle: SUVA, bfu

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